Humor im Business

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Humor & Lachen

Philosophie

Mittlerweile wird die humoristische Intervention auch verstärkt in der Betreuung von Kranken eingesetzt. Nach und nach werden spezielle Ausbildungen für Ärzteschaft und Pflegepersonal angeboten oder Humor-Kongresse für Therapeuten organisiert. Die Arbeit der Cliniclowns findet immer größere Beachtung, eine Vielzahl von Studien untersucht bereits die Auswirkungen des Lachens auf das menschliche Immunsystem. Groucho Marx von den Marx Brothers sagte einmal: „Ein Clown ist wie Aspirin, er wirkt nur zweimal so schnell.“

Patch Adams, der amerikanische Arzt, dessen Lebensgeschichte mit Hauptdarsteller Robin Williams verfilmt wurde, hat die Bedeutung des Lachens mit diesem Ausspruch auf den Punkt gebracht: „Menschen sehnen sich nach Lachen, als ob es eine essentielle Aminosäure wäre.“

Lachen ist ansteckend wie das Gähnen und befreiend wie das Niesen, Lachen kann nicht nur durch Humor und Witz ausgelöst werden, sondern auch körperlich (kitzeln) – Das Kitzeln ist sowieso eine eigene Geschichte, kann es doch erschreckend und gleichzeitig erwünscht sein.


Kann die Betriebswirtschaft wirklich an dem vorbei sehen, was schon seit langem in Therapie und Medizin erfolgreich eingesetzt wird?

Immer höhere Anforderungen im Geschäftsleben führen dazu, dass sich die Wartezimmer der Psychologen und Therapeuten mit „Ausgebrannten“ (Burnout-Syndrom) füllen. Die Wirtschaftspädagogin und Psychologin Dr. Renate Buber hat mit ihrer Master-Thesis „Humor und Burnout – Einflussfaktoren von Humor auf Burnout“ eine umfassende und ausgesprochen interessante Recherche erarbeitet.

Die Effekte des Lachens

Physiologische Effekte:
Menschen, die gerne und oft lachen, sind nach einer Studie aus Maryland um 50 % weniger herzinfarktgefährdet. Humor gilt als unterstützendes Heilmittel ohne Nebenwirkungen. Die vom Lachen herbeigeführten Veränderungen haben Einfluß auf Atmung und Muskulatur und gehen mit komplexen neurologischen Abläufen einher.

Die neurohormonale Bedeutung des Lachens:
Das Lachen bringt komplizierte neurologische Strukturen ins Spiel. Im Jahr 1953 entdeckte der Neurophysiologe Olds das Lustzentrum im Gehirn. Es ist im sogenannten limbischen System lokalisiert. Von diesem System gehen aber auch andere Affekte wie Wut und Aggression aus. Die Übertragung solcher Gefühlsreaktionen erfolgt durch die Vermittlung des neuro-vegetativen Systems über die Neurotransmitter, die sich im Bereich der Synapsen (dem Abstand zwischen zwei Zellen) auswirken. Dadurch wird die Nervenüberleitung beeinflusst. Die Aktivität der Neurotransmitter wird durch bestimmte Hormone bzw. „Neuromodulatoren“ erweitert oder vermindert. Dazu gehören die Endorphine („inneres Morphium“) und die Enkephaline. Der Neurologe Fry (1963) stellt in kontrollierten Untersuchungen fest, dass nach einem ausgiebigen Lachen die körpereigene Hormonproduktion zum einen gesteigert wird und zum anderen die Zirkulation gewisser Immunsubstanzen für Stunden erhöht ist. Herzhaftes Lachen übt auf das neurovegetative System eine Schockwirkung aus, die das gesamte Herz-Kreislauf-System aktiviert. Zunächst kommt es zu einer Beschleunigung des Herzschlags. Daran schließt sich eine längere Phase der Entspannung an, die unter der Dominanz des Parasympathicus steht. Der Herzrhythmus verlangsamt sich und der Blutdruck wird gesenkt. Walsh hatte schon im Jahr 1928 angenommen, dass die Widerstandskraft des Organismus gegen Krankheit erhöht wird, wenn ein Mensch häufig und regelmäßig lacht.

Psychologische Effekte: Humor verträgt sich nicht mit Ärger, mit dem Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit. Durch den Einsatz von Humor wird der innere Abstand zu den eigenen Problemen geschaffen und dadurch werden Auswege auch aus scheinbar ausweglosen Situationen sichtbar. Sobald man Auswege sehen kann, wachsen die schlummernden Kräfte und vertreiben die Resignation. (Höfner/Schachtner 1997)


Die therapeutische Wirkung des Humors lässt sich in drei Dimensionen betrachten:

Emotional: Humor löst Hemmungen, reaktiviert verdrängte Affekte, ermöglicht einen unmittelbaren und spontaneren Austausch menschlicher Gefühle und führt im therapeutischen Setting zu freizügiger Gleichwertigkeit.

Kognitiv: Humor regt kreative Potentiale an, aktiviert Entscheidungsprozesse und Perspektivenwechsel, sensiblisiert für neuartige Zusammenhänge, fördert eine explorierende Haltung gebenüber scheinbar unumstößlichen Gegebenheiten und hilft, rigide Verhaltensmuster durch flexiblere zu ersetzen.

Kommunikativ: Humor wirkt erfrischend, entspannend und anregend, trägt zu einer freundlich konstruktiven Beziehung bei und festigt das Arbeitsbündnis. Humor reduziert „Erhabenheitsansprüche" der Therapeuten, fördert ein Klima der Offenheit und Gleichwertigkeit und reduziert die Widerstandsbereitschaft der Klienten. (Titze/Eschenröder/Salameh)

Quelle: Michael Gutjahr; firehorse.at



 
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